Ausbruch aus 7 Kratern des “Cordón del Caulle” in den Anden bei Osorno

Seit Sonntagmorgen gibts was zu sehen: Cordon del Caulle ist an 7 Kratern gleichzeitig ausgebrochen. Das Naturschauspiel vor unserer Haustüre weckt natürlich Sorgen – aber es sieht vor Allem dramatisch aus. Das Foto zeigt die Lavasäule bei einer Höhe von ca. 12 km; am Spätnachmittag war es windstill, so daß der Pilz sehr schön vertikal sich aufbauen konnte. Bei weiterhin vorherrschendem Wind aus nördlichen Richtungen  besteht für Osorno keine unmittelbare Gefahr. In der Nacht kann man aus Richtung der Wolke manchmal Blitze erkennen, die Wolke selbst leuchtet natürlich nicht. Wenn das Wetter klar bleibt, können wir das Schauspiel von unserer Haustüre aus verfolgen.
Zwischenbericht am 4. Mai, damit sich niemand Sorgen macht
Der berühmte “Cordon del Caulle” ist eine Bruchzone im Süden Chiles. Auf  dieser  Verwerfung liegt u.A. der Vulkan Puyehue. Diesmal  schüttelt und rumpelt es um den  Puyehue gewaltig, um den Kegel herum werden  Erschütterungen bis Grad 6 registriert, und es rumpelt unterirdisch. Ist  also wohl mal wieder soweit.
Die Vulkane liegen östlich von Osorno, ca. 120 km entfernt; eine Bedrohung durch Lava besteht nicht. Asche wird in der Regel von den vorherrschenden aus westlichen Richtungen wehenden Winden in die argentinische Pampa geweht. Bisher gibt´s noch keine Eruption, aber der Katastrophenschutz hat begonnen, die Anwohner im unmittelbaren Abflussbereich von möglichen Schlammlavinen und Lavaströmen zu evakuieren (Vulkane werden in Chile grundsätzlich besiedelt; hat was mit der uns eigenen Sturheit zu tun, Naturgesetze -wie auch alle anderen Gesetze und Regeln- nicht allzu persönlich zu nehmen).
Ich halte die werte Leserschaft weiterhin auf dem Laufenden, so ich nicht von umklappenden Kontinentalsockeln von den Beinen gerissen werde oder im Ascheregen die Orientierung verliere.
Beben – Stärke 7.1 am 02. Januar 2011
Die Erdstöße vom  2. Januar gehören zur Serie der seit Februar letzten Jahres sich entwickelnden seismischen Ereignisse. Es handelt sich hier um den Abschluss eines größeren Bruchprozesses. Hier werden in den nächsten 50-90 Jahren keine schweren Beben mehr erwartet. Beben um Stärke 7 gehören zu den weniger spektakulären Schüttlern. In Osorno 3-4 . Da ich gerade zu Fuß unterwegs war, hab ich garnichts gespürt. Was vor allem durchgeschüttelt wird sind die Presselandschaft und die Volksseele; bei der kleinsten Vibration reißt das Land geschlossen alle verfügbaren Mobiltelefone ans Ohr (in Chile 3 pro\ Kopf, lt. letzten Statistiken, <em>man stelle sich vor</em>) und beginnt  wild hineinzuschnattern. Wodurch innerhalb von Sekunden alle Netze für Stunden kollabieren. Oft nur noch mit Reset der Netzwerk-Cloud in den Griff zu bekommen. Man muss wissen, daß für chilenische Verhältnisse ein 7er etwa so spektakulär (und so häufig) ist wie die Vorbeifahrt eines Schützenpanzers. Störend wahrgenommen, aber nix besonderes. Wir sind ja drauf eingerichtet. Immerhin: unsere Tochter war da gerade am Meer, und der Pazifik wurde so um halb 6 dann schon sehr kabbelig; so große Wellen hatte sie noch nie gesehen.